Viele Konten starten mit einer Zahl, die sich „richtig anfühlt“. Am Monatsende kommt die Rechnung, und niemand kann sagen, warum genau dieses Werbebudget gewählt wurde. Google Ads Tagesbudget festlegen heißt deshalb: erst die Größen sammeln, dann rechnen, dann den Tageswert setzen. Raten ersetzt keine der Größen.

Das Tagesbudget ist der Betrag, den Google im Monatsschnitt pro Tag für eine Kampagne ausgeben soll. An einzelnen Tagen kann Google bis zum Doppelten ausgeben, in Rechnung gestellt wird im Kalendermonat bei den meisten Kampagnen aber höchstens das 30,4-Fache des Tagesbudgets. Es steuert das Tempo. Das Monatsbild entsteht aus dem Tageswert und den Tagen, an denen die Kampagne läuft. Wer nur den Monat im Kopf hat und den Tag freihändig tippt, wundert sich später über die Summe.

Was Sie vor dem ersten Euro brauchen

Für einen brauchbaren Rechenweg genügen wenige Angaben. Fehlt eine davon, bleibt das Budget Meinung.

Sie brauchen:

  • ein Ziel in Stückzahlen, zum Beispiel Anfragen oder Käufe, die Sie im Monat sinnvoll bearbeiten können
  • eine grobe Annahme, wie viele Klicks für eine solche Handlung nötig sind
  • einen vorsichtigen Klickpreis, also den Betrag, den Google abrechnet, wenn jemand auf Ihre Anzeige klickt
  • die Zahl der Tage, an denen geworben werden soll

Den Klickpreis lesen Sie aus dem eigenen Konto, aus dem Keyword-Planer von Google oder aus einer vorsichtigen Schätzung, die Sie später ersetzen. Er ist keine Branchenwahrheit und kein Listenpreis. Warum, zeigt ein Blick darauf, wie ein Klickpreis entsteht. Conversion-Erfassung, die technische Messung der gewünschten Handlungen auf Ihrer Seite, gehört dazu. Ohne sie wissen Sie nicht, ob aus Klicks Anfragen werden, und jeder Plan bleibt Blindflug.

Rechenweg mit Beispielwerten

Die folgenden Zahlen sind Platzhalter für Ihren Rechenweg. Sie sind keine Marktdurchschnitte und kein Versprechen.

Angenommen, Sie können im Monat zehn Anfragen sinnvoll bearbeiten. Angenommen, von zwanzig Klicks wird einer zu einer Anfrage. Dann brauchen Sie für zehn Anfragen rund zweihundert Klicks.

Angenommen, Sie setzen als vorsichtigen Klickpreis den Beispielwert 1,50 Euro ein. Dann ergibt sich:

  • 200 Klicks mal 1,50 Euro = 300 Euro Werbebudget im Monat

Wenn die Kampagne an dreißig Tagen laufen soll, teilen Sie:

  • 300 Euro geteilt durch 30 Tage = 10 Euro Tagesbudget

Google selbst rechnet mit durchschnittlich 30,4 Tagen im Monat, bei 10 Euro Tagesbudget sind das bis zu 304 Euro im Monat.

So entsteht ein Tagesbudget Google Ads aus Ziel, Klickzahl und Klickpreis. Ändert sich eine der Annahmen, ändert sich der Tageswert. Genau deshalb gehört das Budget geplant, nicht geraten.

Tagesbudget oder Monatsbudget

Im Konto arbeiten Sie mit dem Tageswert. Im Kopf und in der Buchhaltung denken viele in Monaten. Beides gehört zusammen.

Tagesbudget oder Monatsbudget ist keine Entweder-oder-Frage. Das Monatsbudget ist die Summe, die Sie verkraften und die zum Ziel passt. Das Tagesbudget ist die technische Einstellung, mit der Google das Tempo steuert. Google darf an einzelnen Tagen bis zum Doppelten des Tageswerts ausgeben und gleicht über den Monat aus, sodass im Kalendermonat bei den meisten Kampagnen höchstens das 30,4-Fache des Tageswerts abgerechnet wird. Ändern Sie den Tageswert mitten im Monat, rechnet Google für die restlichen Tage mit dem neuen Wert. Wer nur den Tag kennt und den Monat nicht mitrechnet, erlebt am Ende Überraschungen.

Google Ads Budget planen heißt deshalb: Monatssumme aus dem Rechenweg festlegen, dann auf Tage umrechnen, dann im Konto den Tageswert setzen. Steigt die Nachfrage stark, reicht ein starrer Tageswert manchmal nicht; dann prüfen Sie, ob Ziel und Bearbeitungskapazität mitwachsen dürfen, bevor Sie erhöhen.

Was das Tagesbudget nicht regelt

Das Tagesbudget steuert, wie viel Sie im Monat an Google zahlen. Es ersetzt keine Struktur.

Es entscheidet nicht:

  • welche Suchbegriffe Klicks bringen
  • ob auszuschließende Suchbegriffe fehlen, also Wörter, bei denen Ihre Anzeige absichtlich nicht erscheinen soll
  • ob die Zielseite nach dem Klick erklärt, was als Nächstes passiert
  • ob die Conversion-Erfassung überhaupt zählt

Ein höheres Tagesbudget bei unpassenden Suchen verbrennt nur schneller Geld. Ein niedriges Tagesbudget bei klarer Suche kann langsam lernen, solange genug Daten für Entscheidungen entstehen. Google Ads Budget berechnen ohne Blick auf Suchanfragenbericht und Messung führt deshalb in die Irre.

Wann Sie erhöhen und wann Sie warten

Erhöhen Sie das Tagesbudget eher, wenn:

  • Conversions gemessen werden und das Verhältnis von Klick zu Anfrage bekannt ist
  • der Suchanfragenbericht, die Liste der tatsächlichen Suchen, überwiegend passende Begriffe zeigt
  • Anfragen oder Käufe in einem Umfang ankommen, den Sie bearbeiten können
  • die Kampagne am Limit hängt, also das Budget oft ausgeschöpft ist, während passende Nachfrage noch da wäre

Warten oder sogar senken Sie, wenn:

  • noch niemand sagen kann, welche Handlung zählt
  • viele Klicks auf Suchen landen, die nie zum Kunden führen
  • die Zielseite unklar ist und Abbrüche vor dem Formular die Regel sind
  • Sie die Monatsrechnung nicht tragen können, egal wie „günstig“ der einzelne Klick wirkt

Eine ehrliche Absage an zu frühe Budgeterhöhungen spart mehr als jeder Trick an der Gebotsstrategie, also der Regel, nach der Google Ihr Geld in den einzelnen Auktionen einsetzt.

Was Struktur mit dem Tageswert zu tun hat

Ein Tagesbudget trägt nur so gut wie die Kampagne darunter. In der Suche heißt das: klare Anzeigengruppen, passende Anzeigentexte und eine Zielseite, die zum Suchbegriff passt. Dann fließt das begrenzte Geld eher in Absicht als in Streuverluste.

Wer Suchanzeigen mit klarer Struktur aufbaut, braucht oft weniger Tagesbudget für denselben Lerneffekt als ein Konto, das alles in eine Anzeigengruppe wirft. Das Budget ist der Hahn. Die Leitungen darunter entscheiden, wohin das Wasser läuft.

Was Werbebudget vom Honorar trennt, steht unter Werbebudget und Honorar.

Was daraus folgt

Sammeln Sie Zielstückzahl, grobe Klickannahme, vorsichtigen Klickpreis und Werbetage. Rechnen Sie den Monat, teilen Sie auf den Tag, kennzeichnen Sie jede Zahl als Annahme, bis echte Kontodaten sie ersetzen. So legen Sie ein Google Ads Tagesbudget fest, ohne die Monatsrechnung zu raten.

Wenn Sie diesen Rechenweg an Ihrem Angebot und Ihrer Region spiegeln wollen, reichen zwei, drei Sätze zu Leistung, gewünschten Anfragen und bisherigem Stand. Schreiben Sie an mail@freelancer-sea.de. Auf der Seite zu Suchnetzwerk-Kampagnen finden Sie den nächsten Schritt und können Suchanzeigen mit klarer Struktur aufbauen.

Ich bin Salvatore Gallace, Freelancer für Google Ads in Konstanz. Konzept und Umsetzung kommen aus einer Hand. Wenn das geplante Tagesbudget für Ihre Lage nicht trägt, sage ich das, bevor Geld in die falsche Richtung fließt.

Google Ads Tagesbudget festlegen: Zahlen statt raten